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Landwirtschaft

Herausforderungen meistern: Resiliente Landwirtschaft

Marie 23. Februar 2023
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Die Landwirtschaft steht vor der Herausforderung tiefgreifender Veränderungen. Klimatische Verschiebungen, Bodenverluste, Artenrückgang und ökonomischer Druck verändern Produktionsbedingungen nachhaltig und erfordern neue Strategien. Dieser Beitrag beschreibt systematisch die Ursachen aktueller Probleme, erklärt praxisnahe Maßnahmen auf Feld- und Systemebene und zeigt umsetzbare Optionen für die nächsten fünf bis fünfzehn Jahre auf, damit Betriebe Resilienz gegenüber diesen Herausforderungen entwickeln können.

Systemische Treiber der Herausforderung in der Landwirtschaft

Der Klimawandel verstärkt viele agrarische Probleme durch höhere Durchschnittstemperaturen und veränderte Niederschlagsmuster. Häufigere Extremereignisse wie Dürren und Starkregen haben direkten Einfluss auf Ertragsstabilität und Schädlingszyklen; deshalb sind regionale Anpassungsstrategien erforderlich, die kurzfristige Schadensbegrenzung und langfristige Resilienz verbinden.

Anpassung umfasst nicht nur technische Maßnahmen, sondern auch die bewusste Auswahl anderer Kulturarten, geänderte Fruchtfolgen und einen strategischen Perspektivwechsel. Kurzfristige Ertragseinbußen können durch gezielte Diversifizierung und Risikoabsicherung ausgeglichen werden, sodass mittelfristig stabilere Erträge unter veränderten klimatischen Bedingungen erreichbar sind.

Emissionen aus der Landwirtschaft entstehen überwiegend in der Tierhaltung, durch stickstoffhaltige Düngung und durch Bodenbearbeitung beziehungsweise Landnutzungsänderungen. Methan (CH₄) wird vor allem bei Wiederkäuern und im Nassreisanbau freigesetzt, Lachgas (N₂O) entsteht überwiegend durch mineralische Stickstoffdüngung und Gülleanwendungen, und Kohlendioxid (CO₂) tritt bei Entwaldung und intensiver Bodenbearbeitung auf. Die Bekämpfung dieser Emissionen erfordert eine betriebliche Priorisierung, die sich an der jeweiligen Emissionsstruktur orientiert.

Boden- und Landdegradation zeigt sich in Humusverlust, Erosion, Verdichtung und lokal auftretender Versalzung und vermindert die langfristige Fruchtbarkeit und Wasserspeicherfähigkeit von Böden. Humus ist die organische Bodensubstanz, die Wasser und Nährstoffe bindet; sinkt der Humusgehalt, werden Böden trockener, nährstoffärmer und erodieranfälliger, sodass gezielte Maßnahmen zum Humusaufbau und zur Reduktion der Erosion notwendig sind.

Gestörte Wasser- und Nährstoffkreisläufe führen zu Nitratverlagerungen ins Grundwasser und zu Phosphoransammlungen in Oberflächengewässern und bedeuten zugleich wirtschaftliche Verluste für Betriebe. Eine betriebliche Nährstoffbilanz, ergänzt um N‑min‑Analysen vor Düngung, ist ein praktisches Instrument, um Ein- und Austräge zu erfassen, Nährstoffverluste zu reduzieren und gleichzeitig Kosten zu sparen.

Biodiversitätsverluste reduzieren Ökosystemdienstleistungen wie Bestäubung und natürliche Schädlingsregulierung und verschlechtern damit die Produktionsgrundlagen. Monokulturen, Flächenverlust und intensiver Pflanzenschutz verringern Lebensräume für Insekten, Vögel und Bodenorganismen; strukturelle Maßnahmen wie Hecken, Feldraine und Blühstreifen stellen unkomplizierte und wirksame Gegenmaßnahmen dar, die Ökosystemfunktionen rasch stärken können.

Ökonomische und soziale Faktoren wie volatile Preise, steigende Betriebskosten, fehlende Hofnachfolge und Arbeitskräftemangel begrenzen die Investitionsfähigkeit vieler Betriebe und erschweren die Umsetzung nachhaltiger Maßnahmen. Deshalb sind abgestufte Umstellungspläne notwendig, die mit schnell wirksamen, kosteneffizienten Maßnahmen beginnen und größere Investitionen über Kooperationen oder Förderprogramme strukturieren.

Produktionsnahe Hebel: Feld- und Betriebsmaßnahmen gegen die Herausforderung

Humusaufbau und bodenschonende Bewirtschaftung verbessern langfristig Wasserspeicherfähigkeit und Nährstoffverfügbarkeit. Direktsaat und reduzierte Bodenbearbeitung schützen die Bodenstruktur, während organische Stoffeinträge durch Kompost, Wirtschaftsdünger oder Gründüngung die Humusbildung fördern. Erste sichtbare Verbesserungen der Bodenstruktur können nach zwei bis fünf Jahren auftreten, messbare Humuszuwächse zeigen sich häufig erst über mehrere Jahre hinweg, weshalb Geduld und kontinuierliches Monitoring erforderlich sind.

Diversifizierte Fruchtfolgen mindern Risiken, verbessern die Nährstoffdynamik und senken den Schädlingsdruck. Leguminosen wie Klee oder Lupinen binden Stickstoff biologisch und reduzieren so den Bedarf an mineralischem Stickstoffdünger. Zwischenfrüchte schützen den Boden im Winter, binden Nährstoffe und bieten Lebensraum für nützliche Arten, wodurch sie die ökologische Stabilität des Betriebs erhöhen und zugleich das Risiko von Erosionsschäden verringern.

Integrierter Pflanzenschutz reduziert Pflanzenschäden nachhaltig durch systematisches Monitoring, definierte Eingriffsschwellen und die Integration nicht-chemischer Maßnahmen. Pheromonfallen, systematische Stichproben und die Anlage von Blühstreifen fördern natürliche Gegenspieler und verringern den Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel. Kleinere Betriebe können mit einfachen Monitoringroutinen beginnen, die wenig Aufwand erfordern und dennoch die Entscheidungsqualität deutlich verbessern.

Präzisionsdüngung und datenbasiertes Nährstoffmanagement minimieren Nährstoffverluste und reduzieren Emissionen durch punktgenaue Applikation. Bodenproben und N‑min‑Analysen geben Aufschluss über pflanzenverfügbare Stickstoffvorräte, und Split‑Düngung reduziert Auswaschungsrisiken. Einstiegshilfen wie kooperative Laborleistungen oder gemeinsame Techniknutzung machen diese Maßnahmen auch für kleinere Betriebe wirtschaftlich zugänglich.

Wassermanagement erhöht die Ressourceneffizienz und die Ertragssicherheit durch Maßnahmen wie Tröpfchenbewässerung, Mulch und humusfördernde Praktiken. Die betriebswirtschaftliche Entscheidung für Bewässerungstechnik sollte die Investitionskosten gegen die erwartete Risikoreduzierung und Ertragsstabilisierung abwägen, wobei Förderprogramme und kooperative Anschaffungen die Einstiegskosten senken können.

In der Tierhaltung vermindern bedarfsorientierte Fütterung, Gülleaufbereitung und passende Stalltechnik Emissionen und Nährstoffüberschüsse. Verbesserungen beim Tierwohl gehen oft mit besseren Marktchancen einher und stärken das gesellschaftliche Vertrauen in die Produktion, sodass kombinierte Maßnahmen ökologischen und ökonomischen Nutzen bringen.

Technologie, Digitalisierung und Innovation als Antwort auf die Herausforderung

Precision Farming verbindet GPS-gesteuerte Applikation, Bodensensorik und Fernerkundungsdaten, um Entscheidungen präziser und ressourcenschonender zu treffen. Ein schrittweiser Einstieg über GPS-Feldkartierung und kostengünstige Sensorik ermöglicht schnelle Lernkurven und messbare Effekte bei moderatem Investitionsvolumen. Die Priorisierung technologischer Maßnahmen sollte am unmittelbaren Nutzen für betriebliche Entscheidungen ausgerichtet sein.

Automatisierung und Robotik reduzieren Arbeitskräfteengpässe und erhöhen die Präzision wiederkehrender Aufgaben, erfordern jedoch begleitende Qualifizierungs- und Wartungskonzepte. Wird der Wartungsaufwand nicht einkalkuliert, entstehen unter Umständen unvorhergesehene Kosten, weshalb die wirtschaftliche Planung dieser Technologien umfassend erfolgen sollte.

Dateninfrastruktur und Datenhoheit sind zentral, damit Digitalisierung tatsächlich Mehrwert erzeugt. Offene Standards und interoperable Plattformen verhindern, dass Daten in Insellösungen versickern, und ermöglichen Schnittstellen zu Beratung, Versicherungen und Vermarktungspartnern. Betriebe sollten verbindliche Vereinbarungen zur Datennutzung treffen, die Rechte und Pflichten klar regeln.

Züchtung klimaresistenter Sorten trägt mittelfristig zur Risikominderung bei, wenn die Zuchtziele eng mit Praxisbedingungen abgestimmt sind. Moderne Methoden wie markerunterstützte Selektion oder Genome‑Editing können Entwicklungszeiten verkürzen, jedoch bleiben praxisnahe Feldtests unverzichtbar, damit Sorten unter realen Standortbedingungen ihre Eignung beweisen.

Alternative Produktionsformen wie Agri‑Photovoltaik, Vertical Farming und geschützte Kulturen können Flächenkonkurrenz mildern und zusätzliche Einnahmen generieren. Jede Investition erfordert eine standortspezifische Wirtschaftlichkeitsprüfung, da Faktoren wie Verschattung, Energiepreise und lokale Marktbedingungen die Rentabilität stark beeinflussen.

Einstieg in Precision Farming und sinnvolle Technikprioritäten

Beim Einstieg in Precision Farming ist ein schrittweises Vorgehen sinnvoll; Betriebe sollten zunächst die wichtigsten Managementfragen priorisieren und dann gezielt Technologie wählen, die direkt Entscheidungen verbessert. Dies können Bodenfeuchtesensoren zur Beregnungssteuerung oder satellitengestützte Vegetationsindizes zur Ertragskartierung sein. Kooperationen mit Dienstleistern oder genossenschaftlich organisierte Technikpools reduzieren Anfangskosten und ermöglichen schnelle Erfahrungsgewinne.

Datenhoheit, Datenschutz und wirtschaftliche Nutzung von Betriebsdaten

Regeln zur Datennutzung sollten Rechte, Pflichten und Verarbeitungszwecke klar benennen, damit Betriebe ihre Souveränität behalten und gleichzeitig von gemeinsamen Datenpools profitieren. Regionale Datenpools mit standardisierten Formaten und klaren Verteilungsregeln schaffen Mehrwert für Forschung, Beratung und Versicherer, ohne die Rechte einzelner Betriebe aufzugeben.

Ökologische und landschaftsbezogene Maßnahmen zur Entschärfung der Herausforderung

Die Vernetzung von Habitaten durch Hecken, Feldraine und Blühstreifen stärkt die Biodiversität und fördert Ökosystemdienstleistungen wie Bestäubung und natürliche Schädlingsregulierung. Die Auswahl standortgerechter Pflanzenarten und abgestimmte Pflegepläne sind entscheidend, damit diese Strukturen dauerhaft wirken und keine negativen Effekte auf angrenzende Kulturen ausüben.

Gewässerschutzmaßnahmen wie Pufferstreifen, Retentionsflächen und Sickerstreifen reduzieren Einträge von Nährstoffen und Pflanzenschutzmitteln in Gewässer. Ergänzende technische Lösungen zur Phosphorrückhaltung sind in stark belasteten Regionen sinnvoll, jedoch müssen die zusätzlichen Erhaltungs- und Betriebskosten in betriebswirtschaftliche Kalkulationen einfließen.

Agroforstsysteme und mehrjährige Kulturen kombinieren Gehölze mit Acker- oder Grünlandnutzung und bieten Vorteile für Kohlenstoffspeicherung, Erosionsschutz und Mikroklima. Die Integration solcher Systeme erfordert langfristige Planung und eine angepasste Betriebswirtschaftsplanung, da Erträge und Einkommensströme über Jahre variieren können; langfristig eröffnen sie jedoch zusätzliche Märkte und Stabilität gegenüber Extremereignissen.

Flächenschutz durch Landnutzungsplanung sichert langfristig fruchtbare Böden und verhindert Versiegelung; kommunale Instrumente wie Vorranggebiete für Landwirtschaft sind wirksam, wenn sie transparent kommuniziert und gemeinsam mit lokalen Akteuren entwickelt werden.

Pflege und Nutzung von Hecken und Blühstreifen

Die Anlage von Hecken und Blühstreifen ist nur der erste Schritt; nachhaltiger Nutzen entsteht durch regelmäßige Pflege wie Rückschnitt, Nachpflanzungen und Bewirtschaftung von Pufferzonen. Pflegepläne sollten standortspezifisch erstellt und regionale Beratungsangebote zur Umsetzung genutzt werden, damit die Strukturen langfristig stabil und ökologisch wirksam bleiben.

Ökonomische Instrumente, Märkte und Wertschöpfung als Bausteine gegen die Herausforderung

Ergebnisorientierte Förderprogramme honorieren tatsächlich erzielte Umweltleistungen und schaffen dadurch gezielte Anreize. Damit solche Programme attraktiv sind, müssen Mess- und Verifikationsprozesse praktikabel und bezahlbar gestaltet werden, damit besonders kleinere Betriebe nicht durch administrative Hürden ausgeschlossen werden.

Die Monetarisierung von Ökosystemdienstleistungen eröffnet neue Einkommensquellen, verlangt jedoch verlässliche Nachweise und langfristige Vertragsmodelle, die Planungssicherheit bieten. Kooperationen mit Dienstleistern können die Einstiegskosten für Monitoring und Reporting senken und so die Teilnahme erleichtern.

Regionale Wertschöpfungsketten und Direktvermarktung stärken die lokale Einkommensbasis und reduzieren die Abhängigkeit von internationalen Preisschwankungen. Der Aufbau solcher Strukturen erfordert organisatorisches Know-how, Marktkenntnis und häufig Investitionen in Lager- oder Verarbeitungsinfrastruktur, weshalb genossenschaftliche Modelle und Kooperationen oft die praktikabelsten Lösungen sind.

Versicherungs- und Finanzinstrumente wie indexbasierte Versicherungen verringern das Risiko extremer Witterungsereignisse, sind jedoch nur ein Baustein in einem umfassenden Risikomanagement, das präventive Maßnahmen, Rücklagenbildung und vertragliche Absicherungen kombiniert.

Praktische Schritte zur Markterschließung und Direktvermarktung

Wer Direktvermarktung anstrebt, sollte mit Marktrecherche beginnen und die Bedürfnisse der Zielkundschaft analysieren. Kleinserien, Nischenprodukte und regionale Kooperationen mit Verarbeitern senken Einstiegshürden, und Förderangebote für Marketing und Infrastruktur erleichtern den Aufbau dauerhafter Absatzkanäle.

Governance, Bildung und Beratung als Voraussetzung zur Bewältigung der Herausforderung

Beratung muss ökologische, ökonomische und technische Perspektiven integrieren und konkrete, umsetzbare Maßnahmenpläne liefern. Demonstrationsbetriebe und regionale Versuchsflächen sind Lernorte, an denen neue Praktiken getestet werden und Vertrauen in deren Wirksamkeit entsteht.

Forschungstransfer gelingt durch Co‑Creation mit Praktikerinnen und Praktikern; partizipative Versuchsdesigns erhöhen die Praxisrelevanz wissenschaftlicher Erkenntnisse und beschleunigen deren Implementierung. Betriebe, die sich in Forschungspartnerschaften einbringen, erhalten frühzeitigen Zugang zu getesteten Lösungen und können diese an lokale Bedingungen anpassen.

Aus- und Weiterbildung sind zentrale Elemente der langfristigen Anpassungsfähigkeit. Curricula sollten Digital Farming, Betriebsführung und Klimaresilienz umfassen, und lebenslanges Lernen sollte institutionell unterstützt werden, damit Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter mit technologischen und regulatorischen Veränderungen Schritt halten können.

Partizipativer Dialog zwischen Landwirtschaft, Politik und Gesellschaft fördert Verständnis und Legitimität für notwendige Maßnahmen und erleichtert die Entwicklung konsensfähiger Lösungen für Flächennutzungsfragen und Förderprogramme.

Wie Beratungsangebote konkret gestaltet werden können

Effektive Beratung beginnt mit einer betriebsspezifischen Bestandsaufnahme, gefolgt von priorisierten Maßnahmenplänen und einer pragmatischen Umsetzungsbegleitung. Fortlaufende Unterstützung, Monitoring und Anpassungen sichern den nachhaltigen Erfolg, und vernetzte Beratungsstrukturen verbinden finanzielle, technische und organisatorische Hilfen.

Messung, Monitoring und Indikatoren zur Steuerung der Herausforderung

Standardisierte Indikatorensets für Boden, Wasser und Biodiversität ermöglichen zielgerichtete Steuerung und Vergleichbarkeit. Indikatoren wie Bodenorganische Substanz in Tonnen Kohlenstoff pro Hektar, Nitratkonzentration im Grundwasser in Milligramm pro Liter oder Indices zur Artendichte liefern belastbare Größen für Management- und Förderentscheidungen.

Fernerkundung und Feldsensorik liefern zeitnahe Informationen, müssen aber kalibriert und durch Bodenproben validiert werden. Die Kombination aus jährlichen Bodenanalysen, saisonalen Fernerkundungsdaten und kontinuierlichen Sensorablesungen stellt eine praktikable Balance zwischen Aufwand und Nutzen dar, wobei Datenqualität für valide Entscheidungen bedeutsamer ist als die reine Datenmenge.

Adaptive Monitoringzyklen mit jährlichen, saisonalen und kontinuierlichen Messungen unterstützen zeitnahe Managementreaktionen. Monitoringpläne sollten so gestaltet sein, dass Messergebnisse unmittelbar in betriebliche Entscheidungen überführt werden können, damit Maßnahmen wirksam und nachvollziehbar werden.

Sichere Datenzugangsregeln und transparente Reportingpflichten sind Voraussetzung für verlässliche Förderprogramme und marktwirtschaftliche Instrumente. Gleichzeitig müssen Betriebe Schutz ihrer Datenhoheit erhalten und wirtschaftliche Anreize zur Datenbereitstellung vorfinden, damit eine breit akzeptierte Dateninfrastruktur entsteht.

Regionale Umsetzung und Skalierung der Lösungen gegen die Herausforderung

Maßnahmen müssen an lokale Klimazonen, Bodentypen und Betriebsstrukturen angepasst werden, weil Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit stark variieren. Regionale Pilotprojekte und Demonstrationsflächen ermöglichen die Erprobung und Anpassung von Maßnahmenbündeln und dienen als Lernplattform für angrenzende Betriebe, damit erfolgreiche Ansätze verbreitet werden können.

Skalierung scheitert oft an Finanzierung, Know-how-Lücken und Infrastrukturlücken; genossenschaftliche Anschaffungsmodelle, Leasinglösungen und Public‑Private‑Partnerships sind bewährte Wege, um Investitionskosten zu verteilen und lokale Dienstleistungsangebote aufzubauen, sodass auch kleinere Betriebe an Innovationen partizipieren können.

Praxisnahe Fallstudien, transparente Wirtschaftlichkeitsrechnungen und konkrete Anpassungsschritte erleichtern den Transfer erfolgreicher Modelle. Materialien sollten regional angepasst und leicht zugänglich sein, damit Unsicherheit reduziert und die Verbreitung wirksamer Maßnahmen beschleunigt wird.

Risiken, Nebenwirkungen und Zielkonflikte bei der Bewältigung der Herausforderung

Effizienzsteigerungen können Rebound‑Effekte auslösen, wenn eingesparte Ressourcen an anderer Stelle intensiver genutzt werden. Um unerwünschte Mehrnutzung zu vermeiden, sollten Effizienzmaßnahmen mit klaren Zielvorgaben und begleitenden Regelungen verbunden werden, damit Effizienzgewinne nicht zu einer erhöhten Gesamtbelastung führen.

Intensivierungsmaßnahmen können kurzfristig Erträge erhöhen, aber langfristig Biodiversitäts- und Gewässerschutzziele gefährden, wenn sie nicht durch flankierende Habitat- und Gewässerschutzmaßnahmen ergänzt werden. Eine integrative Planung, die ökologische wie ökonomische Effekte berücksichtigt, minimiert solche Zielkonflikte.

Technologische Pfadabhängigkeiten bergen das Risiko, Kleinbetriebe auszuschließen; Leasing- und Kooperationsmodelle sowie gezielte Förderprogramme sind erforderlich, damit Innovation inklusiv bleibt. Politik und Beratungsinstitutionen sind gefordert, barrierefreie Einstiegsmöglichkeiten und Trainings anzubieten, damit technischer Fortschritt breite Wirkung entfaltet.

Unsicherheiten durch Klima‑ und Marktentwicklungen erfordern robuste Entscheidungsinstrumente wie Szenarioplanung und adaptives Management. Diese Methoden ermöglichen es Betrieben, flexible Strategien zu entwickeln und Prioritäten dynamisch anzupassen, sodass Handlungsfähigkeit auch unter wechselnden Rahmenbedingungen erhalten bleibt.

Konkrete Handlungsoptionen für die nächsten 5–15 Jahre im Umgang mit der Herausforderung

Kurzfristig, innerhalb eines bis fünf Jahren, sollten Betriebe Maßnahmen priorisieren, die schnell Wirkung zeigen, wie N‑min‑Tests vor Düngung zur Abschätzung der pflanzenverfügbaren Stickstoffvorräte, Zwischenfruchtanbau zur Bodendeckung, Anlage von Pufferstreifen zum Gewässerschutz und die Basisdigitalisierung mit kosteneffizienten Sensoren. Strukturierte Antragschecklisten für Fördermittel reduzieren administrative Hürden und erhöhen die Umsetzungsquote.

Mittelfristig, in fünf bis zehn Jahren, stehen der Ausbau regionaler Dateninfrastrukturen, gezielte Züchtungsprogramme und die Skalierung kooperativer Geschäftsmodelle im Vordergrund. Investitionen in Ausbildung, Infrastruktur und Genossenschaftsstrukturen schaffen die Voraussetzungen für breite Adoption und stärken die regionale Widerstandsfähigkeit gegenüber Klimaschocks.

Langfristig, in zehn bis fünfzehn Jahren, sind strukturelle Reformen erforderlich, darunter die Etablierung regionaler Wertschöpfungsnetze, verbindliche Klima‑ und Biodiversitätsziele sowie institutionelle Maßnahmen zum Flächenschutz. Diese Reformen benötigen politischen Willen, verlässliche Indikatoren und breite gesellschaftliche Unterstützung, damit sie nachhaltige Wirkung entfalten.

Abschließende Bewertung der Herausforderungen und Chancen der Landwirtschaft

Die moderne Landwirtschaft kann Produktivität, Klima‑ und Umweltschutz sowie soziale Tragfähigkeit verbinden, wenn Maßnahmenpakete integriert und kontextspezifisch umgesetzt werden. Kurzfristig wirksame Managementmaßnahmen, mittelfristige Infrastrukturinvestitionen und langfristig angelegte politische Rahmenbedingungen müssen miteinander verzahnt werden, damit die Transformation gelingt. Beginnen Sie pragmatisch, indem Sie klein starten, systematisch evaluieren und gemeinsam skalieren, um nachhaltige Wirkung gegenüber den Herausforderungen der Landwirtschaft zu erzielen.

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