Klimawandel-Auswirkungen: Temperaturen, Niederschläge und Extremereignisse verändern bereits heute die Produktionsbedingungen von Feldpflanzen und Nutztieren.
Der folgende Beitrag erläutert konkret die wichtigsten Wirkmechanismen, beschreibt praxisnahe Maßnahmen für kurz-, mittel- und langfristiges Handeln und liefert abgestufte Empfehlungen, damit Betriebe ihre Erträge sichern, Tierwohl erhalten und gleichzeitig Emissionen reduzieren können. Die Darstellung verbindet wissenschaftliche Grundlagen mit konkreter Praxis, verdeutlicht Prioritäten und bietet verlässliche Handlungspfade.
Aktuelle Klima‑Trends und ihre Relevanz für die Landwirtschaft
Die Beobachtungsdaten der letzten Jahrzehnte zeigen in Mitteleuropa einen deutlichen Temperaturanstieg, veränderte Jahresgangverläufe und eine vermehrte Häufung extremer Ereignisse wie Hitzewellen, Dürrephasen und Starkniederschläge. Diese Veränderungen wirken auf verschiedenen Zeitskalen: manche Effekte sind unmittelbar spürbar, andere entfalten sich über Jahre und Jahrzehnte und verlangen deshalb abgestufte Antworten. Für Betriebe ist entscheidend zu unterscheiden, welche Risiken akut sind und welche strategische Anpassungen erfordern.
Für betriebliche Planungen sind Temperaturtrends vergleichsweise robust, während lokale Niederschlagsprojektionen größere Unsicherheiten aufweisen. Die sinnvollste Vorgehensweise verknüpft deshalb modellgestützte Szenarien mit betriebseigenen Langzeitdaten und lokalen Wetteraufzeichnungen, um handlungsfähige und flexible Investitionspläne zu entwickeln. Auf diese Weise werden Maßnahmen bevorzugt, die unter unterschiedlichen Szenarien Nutzen bringen und dabei wirtschaftlich tragbar bleiben.
Verlässlichkeit von Klimaprognosen: Umgang mit Unsicherheit in der Planung
Globale Klimamodelle, abgekürzt GCM (Global Climate Models), zeigen großräumige Trends; Regionale Klimamodelle, abgekürzt RCM (Regional Climate Models), liefern lokalere Projektionen mit höherer räumlicher Auflösung.
Beide Modelltypen sind mit Unsicherheiten behaftet, insbesondere bei Niederschlagsprognosen. In der Praxis empfiehlt es sich, mit Modellensembles zu arbeiten und diese Projektionen mit eigenen Wetterdaten und historischen Ertragsreihen zu kombinieren, damit gestaffelte, adaptive Investitionsentscheidungen möglich werden.
Zeithorizonte und betriebliches Handeln
Kurzfristige Maßnahmen innerhalb eines bis zehn Jahren konzentrieren sich auf die Reduktion akuter Risiken wie Hitzewellen oder Starkregen. Mittelfristig, über zehn bis dreißig Jahre, sind Infrastrukturmaßnamen wie Bewässerungssysteme, Stallanpassungen und Sortenwechsel relevant.
Langfristig, über dreißig Jahre hinaus, können grundlegende Standort‑ oder Strukturentscheidungen anstehen. Eine abgestufte Strategie verbindet sofort wirksame Schutzmaßnahmen mit vorbereitenden Investitionen und erlaubt so eine schrittweise Transformation.
Auswirkungen auf den Ackerbau und die Viehzucht: physiologische und ökologische Wirkmechanismen
Veränderungen von Temperatur und Wasserhaushalt greifen direkt in Pflanzenphysiologie und Tierphysiologie ein. Bei Pflanzen führen Hitze und Trockenheit insbesondere in sensiblen Phasen wie Blüte und Kornfüllung zu Ertragsminderungen, weil Bestäubungsprozesse und Photosynthese gestört werden. Bei Nutztieren vermindert Hitzestress die Futteraufnahme, verschlechtert die Fruchtbarkeit und senkt die Leistungskennzahlen wie Milchleistung oder Mastgewicht.
Ökologisch verändern sich Bodenzustand und Schaderregerdynamik: länger andauernde Trockenphasen beeinträchtigen Bodenmikrobiologie und Humusaufbau, während milde Winter das Überleben von Schädlingen und Krankheitserregern erhöhen. Die Summe dieser Effekte bestimmt die Betriebsökonomie und die strategische Ausrichtung von Betrieben in verschiedenen Regionen.
Wie sich physiologische Wirkmechanismen in Erträgen und Tierleistung niederschlagen
Hitze während der Blüte reduziert bei Getreide die Bestäubungsrate und damit letztlich die Körnerfüllung; Trockenheit verringert die Assimilatbildung und hemmt somit das Wachstum. Bei Tieren führt erhöhter thermischer Stress zu einer Verringerung der Futteraufnahme und damit zu weniger Energie für Leistung und Reproduktion. Diese biologischen Zusammenhänge erklären, warum kombinierte Stressfaktoren meist deutlich stärkere Effekte zeigen als einzelne Belastungen.
Wirkungen auf den Ackerbau: Ertrag, Qualität und Anbaugebiete – konkretere Auswirkungen auf den Ackerbau und die Viehzucht
Kulturen reagieren je nach Art und Entwicklungsphase unterschiedlich auf Klimastress. Hitze in der Blütezeit führt bei Weizen und anderen Getreidearten zu reduzierten Erträgen, während Obstkulturen durch verfrühte Blüte empfindlich gegenüber Spätfrösten werden können. Die Qualität von Erträgen verändert sich ebenfalls; etwa sinkt bei Trockenheit oft der Proteingehalt von Körnern, was für die Futterwirtschaft relevante Folgen hat.
Starkniederschläge verursachen Bodenverdichtung, Erosion und verzögern Feldarbeiten; die Folge sind Ertragsminderungen und erhöhte Betriebskosten. Wiederholte Extremereignisse führen zu kumulativen Schäden wie Humusverlust, die nur mit langfristigem Bodenaufbau reversibel sind. Anbaugebietverschiebungen bieten Chancen für neue Kulturen, erfordern aber Anpassungen in Infrastruktur und Vermarktung.
Ertragsabschätzung und Frühindikatoren
Schätzungen zu potenziellen Ertragsverlusten basieren auf betrieblichen Langzeitdaten, regionalen Modellen und Feldindikatoren wie Bodenfeuchteprofilen und Blattflächenindex. Das systematische Erfassen solcher Indikatoren erlaubt rechtzeitige Anpassungen bei Bewässerung, Düngung und Aussaatterminen und hilft, Ertragsausfälle zu begrenzen.
Infrastruktur, Markt und Anbauverlagerung
Die Einführung neuer Kulturen oder eine Verlagerung von Anbauflächen wirkt sich auf Lagerung, Trocknung, Transport und Vermarktung aus. Deshalb sind Pilotversuche und wirtschaftliche Prüfungen vor großflächigen Änderungen unerlässlich, um Fehlinvestitionen zu vermeiden und die Integration in bestehende Lieferketten zu sichern.
Boden, Wasser und Nährstoffkreislauf unter Klimastress – Auswirkungen auf den Ackerbau und die Viehzucht in Bezug auf Bodengesundheit
Der Boden reagiert empfindlich auf veränderte Feuchtezyklen: Sommertrockenheit reduziert mikrobiellen Umsatz und die Freisetzung von Nährstoffen, während winterliche Vernässung Denitrifikation fördert und Stickstoffverluste in Form von Lachgas, chemisch Distickstoffmonoxid N2O, erhöht. Solche Prozesse beeinflussen die kurzfristige Nährstoffverfügbarkeit und haben langfristige Folgen für Kohlenstoffspeicherung und Bodenfruchtbarkeit.
Erosion durch intensive Niederschläge führt zum Verlust fruchtbarer Oberböden und vermindert die Wasserspeicherfähigkeit. Langfristig erschwert ein sinkender Humusanteil die Regenerationsfähigkeit des Bodens; dies macht sowohl präventive als auch rekonstruktive Maßnahmen notwendig, die ökologisch und ökonomisch greifen.
Praktische Maßnahmen zur Stärkung der Bodenresilienz
Sofort wirksame Maßnahmen wie Mulch, Zwischenfruchtanbau und reduzierte Bodenbearbeitung behalten Wasser und reduzieren Abtrag. Mittelfristig sind organische Zufuhr, Kompostierung und mehrjährige Kulturen für Humusaufbau zentral. Bodendiagnosen mit Messungen zu Humusgehalt, Aggregatstabilität und Infiltrationsrate helfen, Maßnahmen zielgerichtet umzusetzen und Investitionen wirtschaftlich zu planen.
Düngepraxis und Emissionen
Unter variabler Feuchte steigt das Risiko für Lachgasemissionen aus Düngungsprozessen. Nmin‑Messungen (Messung des mineralischen Stickstoffs), zeitlich abgestimmte Ausbringung und der gezielte Einsatz von Nitrifikationshemmern reduzieren Verluste. Präzisionsdüngung mit variabler Applikation (Variable Rate Technology) minimiert Überdüngung und steigert die Effizienz von Betriebsmitteln.
Schädlinge, Krankheiten und Unkräuter: neue Dynamiken – Auswirkungen auf den Ackerbau und die Viehzucht durch veränderte Schaderregerdynamik
Milde Winter und verlängerte Vegetationsperioden erhöhen Überlebenschancen vieler Schädlinge und begünstigen Pilz‑ und Virusdruck. Zusätzlich erleichtern veränderte Bedingungen das Vordringen invasiver Arten. Diese Veränderungen erfordern eine Anpassung der Pflanzenschutzstrategie und verstärkten Einsatz von Überwachung und Vorhersagesystemen.
Monitoring, Prognose und digitale Werkzeuge
Effektives Monitoring kombiniert Feldbegehungen mit Pheromonfallen, optischer Sensorik und Fernerkundung mittels Drohnen oder Satelliten. Die gewonnenen Daten fließen in Prognosemodelle, die optimale Eingriffszeitpunkte berechnen und so gezielte, effiziente Maßnahmen ermöglichen. Dadurch lassen sich Fehleinsätze und Resistenzbildungen reduzieren.
Rolle resistenter Sorten im integrierten Pflanzenschutz
Resistente Sorten leisten einen wichtigen Beitrag zur Reduktion von Pflanzenschutzbedarf. Ihre nachhaltige Wirkung bleibt jedoch nur erhalten, wenn sie mit Fruchtfolgediversifikation und habitatfördernden Maßnahmen kombiniert werden.
Auswirkungen auf die Viehzucht: Gesundheit, Leistung und Futterversorgung – konkrete Auswirkungen auf den Ackerbau und die Viehzucht bei Tieren
Hitzestress beeinträchtigt Tiere physiologisch und führt zu verringerter Futteraufnahme, schlechterer Fruchtbarkeit und reduzierter Produktivität. Diese Effekte haben direkte wirtschaftliche Konsequenzen: geringere Milchmengen, verlangsamter Mastzuwachs oder sinkende Legeleistungen erhöhen die Kosten pro Produktionseinheit.
Die Verfügbarkeit und Qualität heimischer Futtermittel sinkt in Trockenjahren; Grünlandflächen liefern weniger Ertrag und Silagequalität kann leiden. Das erhöht Zukaufsbedarf und Kostenrisiken. Langfristig wirkt sich dies auf die strategische Futterplanung und regionale Versorgungsstrukturen aus.
Frühindikatoren für Hitzestress und Überwachung
Typische Frühindikatoren sind reduzierte Futteraufnahme, veränderte Atemfrequenz und Abweichungen in Leistungsparametern. Moderne Sensorik erfasst Körpertemperatur, Aktivität und Futteraufnahme in Echtzeit und ermöglicht so frühzeitige Gegenmaßnahmen wie gezielte Kühlung oder Fütterungsanpassung, wodurch Produktionsausfälle minimiert werden.
Strategien zur Absicherung der Futterversorgung
Der Aufbau ausreichend dimensionierter Silagereserven, der Anbau regionaler Eiweißträger wie Ackerbohnen sowie Kooperationen in Einkaufsgemeinschaften reduzieren Importabhängigkeiten und Preisschwankungsrisiken. Solche Maßnahmen erhöhen die Versorgungssicherheit und stabilisieren die betriebliche Kalkulation.
Technische und bauliche Anpassungen in der Tierhaltung – Auswirkungen auf den Ackerbau und die Viehzucht durch Infrastrukturmaßnahmen
Stallanpassungen reduzieren Hitzebelastung und erhöhen Tierwohl und Leistung. Maßnahmen reichen von Beschattung und optimierter Luftführung bis zu adiabatischen Kühlsystemen und Nachtlüftung. Gute Planung und korrekte Dimensionierung sind unerlässlich, damit die Systeme effizient arbeiten und Tiere entlastet werden.
Redundanz bei Wasser‑ und Stromversorgung schützt vor Ausfallrisiken. Trinkwassersysteme müssen gegen Kontamination gesichert und mit Reservekapazitäten ausgestattet sein. Notfallpläne für Stromausfall oder Hochwasser mit klar definierten Zuständigkeiten sind Teil professioneller Betriebsführung.
Priorisierung von Investitionen und Kostensteuerung
Vorrang erhalten Maßnahmen mit hohem Nutzen‑Kosten‑Verhältnis, etwa passive Beschattung oder verbesserte Luftführung. Kapitalintensive Technologien lassen sich durch Fördermittel, phasenweise Umsetzung und Energieeffizienzmaßnahmen wirtschaftlich gestalten. Wartung und regelmäßige Schulung sichern die langfristige Wirksamkeit.
Anpassungsstrategien im Ackerbau: Agronomie und Technologie – Auswirkungen auf den Ackerbau und die Viehzucht durch agronomische Maßnahmen
Die Auswahl resilienter Sorten und angepasste Saatzeitpunkte vermindern Risiken in kritischen Entwicklungsphasen. Fruchtfolgen mit Zwischenfrüchten und Leguminosen verbessern Bodenstruktur, erhöhen Stickstoffverfügbarkeit durch biologische Stickstofffixierung und reduzieren Schädlingsdruck. Diese agronomischen Maßnahmen bilden das Rückgrat resilienter Systeme.
Technische Lösungen wie Tröpfchenbewässerung, gekoppelt mit Bodenfeuchtesensorik und Entscheidungsunterstützung, steigern die Wasserertragsrelation. Variable Rate Technology ermöglicht punktgenaue Ausbringung von Düngern und Pflanzenschutzmitteln und reduziert Umweltbelastungen. Die Kombination aus Agronomie und Präzisionstechnik schafft Synergien zwischen Ertragsstabilität und Ressourceneffizienz.
Ökonomische Bewertung smarter Bewässerung
Die Wirtschaftlichkeit hängt von Investitionskosten, Wasserpreisen, zu erwartenden Ertragssteigerungen und verfügbaren Fördermitteln ab. Pilotflächen liefern belastbare Kennzahlen und reduzieren wirtschaftliches Risiko bei der flächigen Einführung. Gestufte Implementierung eignet sich besonders für Betriebe mit begrenzter Erfahrung.
Zwischenfrüchte: Nutzen für Betrieb und Umwelt
Zwischenfrüchte stabilisieren Fruchtfolge, liefern organische Substanz für Humusaufbau, mindern Nährstoffauswaschung und können als Futter dienen. Die Wahl der Arten und der Anbauzeitpunkt sind entscheidend; regionale Versuchsergebnisse und Fachberatung unterstützen die Auswahl und erfolgreiche Implementierung.
Emissionsminderung in Landwirtschaft und Viehzucht – Auswirkungen auf den Ackerbau und die Viehzucht durch Klimaschutzmaßnahmen
Landwirtschaftliche Emissionen umfassen Methan, CH4, durch Verdauung und Gülle, Lachgas, N2O, aus Düngung sowie Kohlendioxid, CO2, aus Energieverbräuchen und Landnutzungsänderungen. Reduktionspotenziale bestehen in Futteroptimierung, Güllebehandlung wie anaerober Vergärung, präziser Düngung und agroforstlichen Systemen zur Kohlenstoffbindung. Viele Maßnahmen verbinden Klimaschutz mit betrieblicher Effizienzsteigerung.
Förderprogramme und Carbon‑Farming‑Modelle können die Finanzierung erleichtern; Voraussetzung für marktfähige Klimadienstleistungen sind jedoch verlässliches Monitoring und praktikable Verifizierungsstandards.
Methanreduktion in der Tierproduktion
Methanreduktion gelingt durch besser verdauliche Futtermischungen, Futterzusatzstoffe mit methanhemmender Wirkung und züchterische Verbesserungen zur Leistungssteigerung pro Tier. Eine integrierte Strategie, die Fütterung, Management und Zucht kombiniert, erzielt die größten Emissionsminderungen pro Produkteinheit.
Anforderungen an Emissionsnachweise
Zuverlässige Nachweise kombinieren modellgestützte Inventare mit betriebsbezogenen Aktivitätsdaten und stichprobenartigen Messungen. Direkte Messungen sind technisch anspruchsvoll, weshalb Validierungsmessungen zur Absicherung modellbasierter Schätzungen notwendig sind. Standardisierte Protokolle und unabhängige Verifizierung sind Voraussetzung für funktionierende Klimadienstleistungsmärkte.
Ökonomische und soziale Folgen: Risiko, Markt und Betriebsstruktur – Auswirkungen auf den Ackerbau und die Viehzucht in wirtschaftlicher Perspektive
Ertragsvolatilität erhöht Einkommensunsicherheit und kann regionalen Strukturwandel beschleunigen, besonders bei kleinen Betrieben. Produktionsausfälle beeinflussen Lieferketten und Preise und haben Rückwirkungen bis zur Verarbeitung und zum Endverbraucher. Kooperationen wie Genossenschaften, gemeinsame Lager oder Einkaufsgemeinschaften helfen, Risiken zu teilen und Marktpositionen zu stabilisieren.
Ausbildung und Umschulung sind notwendig, damit Beschäftigte neue Technologien bedienen oder alternative Tätigkeiten aufnehmen können. Politische Unterstützung durch regionale Entwicklungsprogramme ist ein zentraler Baustein, um soziale Folgen abzufedern und Übergänge zu erleichtern.
Strategien für kleine Betriebe
Kleine Betriebe stärken ihre Anpassungsfähigkeit durch Kooperationen, Zugang zu Beratung und Teilnahme an Demonstrationsprojekten. Passgenaue Förderinstrumente mit niedriger administrativer Hürde unterstützen die Umsetzung und verhindern, dass kleine Betriebe von notwendigen Transformationen ausgeschlossen werden.
Verbraucher, Markt und Wertschöpfungsketten
Zunehmende Nachfrage nach klima- und tierwohlgerechten Produkten bietet Marktchancen, sofern Rückverfolgbarkeit und transparente Standards vorhanden sind. Betriebe, die nachhaltige Praktiken nachweisen, erreichen oft Premiumsegmente und zusätzliche Einkünfte, wodurch Anpassungsinvestitionen wirtschaftlich attraktiver werden.
Politische Rahmenbedingungen, Förderprogramme und Governance – Auswirkungen auf den Ackerbau und die Viehzucht durch politische Rahmenbedingungen
Praktikable und kohärente Förderprogramme für Bewässerung, Stallmodernisierung und digitale Systeme sind zentral, damit Investitionen in Resilienz und Klimaeffizienz Realität werden. Gesetzliche Vorgaben zu Wasserrecht, Flächennutzung und Tierwohl sollten so gestaltet sein, dass sie Anpassungsinvestitionen erleichtern. Beratungs‑ und Demonstrationsnetzwerke sind notwendig, um Forschungsergebnisse in die Praxis zu übertragen.
Koordination zwischen Behörden, Forschungseinrichtungen und Praxisorganisationen erhöht die Wirksamkeit von Programmen und verkürzt die Zeit bis zur flächendeckenden Anwendung bewährter Maßnahmen. Reduzierte bürokratische Hürden und gezielte Unterstützung bei der Antragstellung verbessern den Zugang zu Fördermitteln, insbesondere für kleinere Betriebe.
Zugang zu Fördermitteln und Konfliktlösung
Regionale Beratungsstellen, Landwirtschaftskammern und Förderlotsen unterstützen bei der Auswahl und Antragstellung passender Programme. Konflikte zwischen kurzfristigen wirtschaftlichen Interessen und langfristigen Klimazielen lassen sich durch kombinierte Förder‑ und Übergangsmaßnahmen sowie technische Assistenz lösen; transparente Kosten‑Nutzen‑Analysen erhöhen die Akzeptanz bei Praktikern.
Best‑Practice‑Beispiele und übertragbare Lösungen – Auswirkungen auf den Ackerbau und die Viehzucht in der Praxis
Demonstrationsbetriebe belegen, dass die Kombination agronomischer, technischer und organisatorischer Maßnahmen praktikabel ist. Praxisbeispiele zeigen, wie sensorbasierte Bewässerung in Verbindung mit konservierender Bodenbearbeitung Wasser spart und Erträge stabilisiert. Solche Fallbeispiele liefern konkrete Umsetzungsschritte und betriebswirtschaftliche Kennzahlen, die anderen Betrieben als Orientierung dienen.
Erfolgsfaktoren aus Fallbeispielen
Erfolgreiche Betriebe verfügen über klare Investitionspläne, Zugang zu technischem Wissen, Nutzung von Fördermitteln und kooperative Strukturen zur Risikoteilung. Kontinuierliches Monitoring und eine Kultur des Lernens sichern die langfristige Wirksamkeit von Maßnahmen und ermöglichen laufende Optimierungen.
Forschungslücken und Prioritäten für Forschung & Entwicklung – Auswirkungen auf den Ackerbau und die Viehzucht für Forschung und Entwicklung
Es bestehen Lücken beim Verständnis kombinierter Stressfaktoren auf Sortenresilienz, bei langfristigen Bodenprozessen und bei sozialen Barrieren für Technologieadoption. Forschung sollte systemisch ausgerichtet sein und Praktiker aktiv einbinden, damit Ergebnisse praxisrelevant und rasch nutzbar werden.
Partizipative Feldversuche, Demonstrationsnetzwerke und offene Datenplattformen fördern Validierung und Skalierung erfolgreicher Maßnahmen und erhöhen die Praxisrelevanz wissenschaftlicher Erkenntnisse. Standardisierte Evaluationsprotokolle schaffen Vergleichbarkeit und erleichtern die Übertragbarkeit.
Transferwirksamkeit von Forschung
Forschung wird transferwirksam, wenn Feldversuche in realen Betriebsbedingungen stattfinden, sozioökonomische Aspekte berücksichtigt werden und Ergebnisse über Beratungs‑ und Demonstrationsnetzwerke verbreitet werden. Solche Formate verringern die Distanz zwischen Wissenschaft und Praxis und erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Innovationen breite Anwendung finden.
Handlungsleitfaden: Maßnahmen nach Zeithorizont und Priorität – Auswirkungen auf den Ackerbau und die Viehzucht als Handlungsempfehlung
Kurzfristig, innerhalb eines bis drei Jahren, sollten Monitoring für Wetter, Bodenfeuchte und Tiergesundheit etabliert werden; Notfallfutterpläne erstellt und einfache Stallanpassungen vorgenommen werden. Diese Maßnahmen sind vergleichsweise kosteneffizient und liefern die Datengrundlage für weitergehende Entscheidungen.
Mittelfristig, in einem Zeitraum von drei bis zehn Jahren, sind Investitionen in effiziente Bewässerungssysteme, Stallumbauten, resilientere Sorten und geeignete Versicherungen ratsam. Solche Maßnahmen stabilisieren Produktion und reduzieren Risiken nachhaltig, wenn sie auf Wirtschaftlichkeitsrechnungen und regionaler Beratung basieren.
Langfristig, ab etwa zehn Jahren, geht es um Landschafts‑ und Einzugsgebietsmanagement, Maßnahmen zur Kohlenstoffbindung und strategische Neuausrichtungen des Betriebs. Diese Vorhaben erfordern politische Unterstützung, koordinierte Forschung und häufig kooperative Ansätze auf regionaler Ebene.
Priorisierung betrieblicher Maßnahmen
Die Priorisierung erfolgt anhand von Kosten, Wirksamkeit, Umsetzbarkeit und Synergieeffekten. Maßnahmen, die Resilienz und Emissionsreduktion kombinieren, bieten besonders hohen Nutzen. Individuelle Szenarioanalysen und betriebsbezogene Wirtschaftlichkeitsrechnungen helfen, begrenzte Mittel gezielt einzusetzen und den größtmöglichen Effekt zu erzielen.
Auswirkungen auf den Ackerbau und die Viehzucht zusammengefasst
Der Klimawandel verändert die Rahmenbedingungen der Landwirtschaft tiefgreifend und stellt Ackerbau und Viehzucht vor zentrale Herausforderungen. Zugleich bietet er die Chance, durch gezielte Maßnahmen Resilienz und Nachhaltigkeit zu steigern. Die Kombination aus kurzfristigem Schutz, mittelfristigen Investitionen und langfristiger Transformation ist notwendig, damit Produktion, Tierwohl und Klimaschutzziele zusammengeführt werden können.
Beginnen Sie mit einer regionalen Risikoanalyse, priorisieren Sie ein betriebsspezifisches Maßnahmenpaket und nutzen Sie vorhandene Beratungs‑ und Förderangebote; wer frühzeitig handelt, reduziert Risiken und schafft die Grundlage für eine zukunftsfähige Landwirtschaft.
